Medikamente gegen Bluthochdruck.

Kalzium-Antagonisten

Der Mineralstoff Kalzium steuert im menschlichen Körper mehrere mit der Höhe des Blutdrucks zusammenhängende Vorgänge.

Die Kalzium-Ionen (Teilchen bzw. Moleküle) funktionieren dabei als Botenstoffe und bewegen sich durch die sogenannten Kalziumkanäle in der Zellmembran (äußerste Hülle) der glatten Muskulatur, dazu gehören Herz und Gefäße, auch um dort das Kalzium gleichmäßig zu verteilen.

Ist es notwendig, den Blutdruck zu erhöhen, wird Kalzium in die Arterien abgegeben, die sich daraufhin zusammenziehen.

Am Herzen steuert Kalzium über die Kalziumkanäle an den Herzmuskelzellen eine stärkere Muskeltätigkeit bzw. Kontraktion und einen schnelleren Herzschlag, dies ist zum Beispiel bei körperlicher Bewegung unabdingbar, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung über das arterielle Blut zu gewährleisten.

Bei krankhafter Hypertonie kann es vorkommen, dass die körpereigenen Regelmechanismen einen hohen Blutdruck hervorrufen, obwohl dieser gar nicht wirklich benötigt wird.

Die sogenannten Kalzium-Antagonisten (Antagonist = Griechisch = Feind / Widersacher) blockieren die Kalziumkanäle und sorgen dafür, dass die Gefäße sich nicht unnötig zusammenziehen und die Kontraktionen des Herzens nicht stärker oder in höherer Frequenz auftreten.

Es existieren derzeit drei verschiedene Arten von Kalziumantagonisten, die sich durch ihre chemische Struktur unterscheiden.

Phenylalkylamine:

  • Verapamil (Ispotin®, Cardioprotect®)
  • Gallopamil (Procorum®)

Benzothiazepine (nicht zu verwechseln mit Beruhigungsmitteln auf BenzoDIAzepin-Basis, die ebenfalls den Blutdruck senken können):

  • Diltiazem (Dilzem®, Dilsal®, Diltiuc®)

Dihydropyridine:

  • Nitrendipin (Bayotensin®, Nitrepress®)
  • Felodipin (Plendil®, Munobal®, Felocor®, Modip®)
  • Amlodipin (Norvasc®, Amlobeta®)
  • Nifedipin (Adalat®) - wird häufig als sogenanntes "Notfall"-Mittel im Rahmen einer hypertensiven Krise eingesetzt. Hierbei wird eine Kapsel mit Nifedipin zerbissen und senkt den Blutdruck innerhalb weniger Minuten stark ab.
  • Lercanidipin (Carmen®)
  • Nimodipin (Nimotop®)
  • Nicardipin (Antagonil®)
  • Lacidipin (Motens®)
  • Isradipin (Lomir®, Vascal®)
  • Nisoldipin (Baymycard®)
  • Nilvadipin (Escor®)
  • Clevidipin (Clevipres®)

Bekannte Nebenwirkungen der Kalzium-Antagonisten oder Kalzium-Kanalblocker sind:

  • Allergische Reaktionen bis zum anaphylaktischen Schock
  • Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel
  • Blähungen, Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit
  • Erhöhte Körpertemperatur, Wärmegefühl und Rötungen im Gesicht (Flush)
  • Mundtrockenheit, Polyurie (vermehrtes Wasserlassen), Schwitzen
  • Reizhusten, Dyspnoe (Atemnot)
  • Schläfrigkeit aber auch Schlafstörungen
  • Nervosität und Tachykardie (Schneller Herzschlag - Reflextachykardie um einen raschen Blutdruckabfall zu vermeiden)
  • Herzrythmusstörungen (Benzothiazepine)
  • Taubheitsgefühle, Muskelkrämpfe
  • Impotenz
  • Ödeme (Wassereinlagerungen) an den unteren Extremitäten, geschwollene Beine

Kalzium-Antagonisten sollten nicht zur Anwendung kommen bei:

  • Niedrigem Blutdruck
  • Herzinsuffizienz
  • Angina pectoris
  • Herzinfarkt (akut)
  • Schwangerschaft und Stillzeit (z.B. Amlodipin®)
  • Lebererkrankungen mit Funktionsstörung

Die Wirkung von Kalzium-Antagonisten in Kombination mit anderen Blutdruckmitteln wie Beta-Blockern ist nur nach genauer Abwägung durch einen Arzt und vorsichtiger Dosisanpassung zu empfehlen, da die Effekte der beiden Medikamente sich verstärken können bzw. kumuliert wirken.

Eine Übersicht über alternative Behandlungsmethoden bei Bluthochdruck finden Sie hier (bitte anklicken!)!

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker gerne auch über eine mögliche, nebenwirkungsfreie Anwendung von Adiument® 3 zur Behandlung von Bluthochdruck (bitte anklicken!).