Alternative Therapien gegen Bluthochdruck. Von Entspannungstechniken wie Yoga, über Sport bis zur gesunden Ernährung.

Alternative Behandlungsoptionen bei Bluthochdruck

Neben den bekannten medikamentösen Optionen stehen, gerade am Anfang der Behandlung bzw. bei erstmaligem Auftreten der Erkrankung, diverse Möglichkeiten zur Verfügung, den hohen Blutdruck wieder abzustellen um ohne die Gefahr von Neben- oder Wechselwirkungen das Entstehen von gefährlichen Folgeerkrankungen zu verhindern.

Gewichtsreduktion

Auch bei normalgewichtigen Personen kommt Bluthochdruck vor. In diesem Fall ist es nicht sinnvoll weiter abzunehmen, da der Bluthochdruck vermutlich eine andere Ursache hat. Die Reduktion des (übermäßigen) Körpergewichts macht also nur bei Übergewichtigen Sinn und kann in diesem Fall helfen, teilweise enorme Ergebnisse auch im Vergleich zur medikamentösen Therapie zu erzielen.

Pro Kilogramm verlorenem Körpergewicht sind Blutdrucksenkungen von bis zu 1,5 - 2 mmHg systolisch und 1 mmHg diastolisch zu erwarten.
Gerade bei einer moderaten Hypertonie mit Werten von beispielsweise 155 / 100, sinkt mit der Reduktion des Gewichts um nur 10 kg, der arterielle Druck auf einen grenzwertigen Normalzustand von 140 / 90 mmHg.

Mögliche Nebenwirkungen gibt es natürlich auch, allerdings fallen alle äußerst positiv aus:

Die körperliche Leistungsfähigkeit erhöht sich, man ist weniger müde. Zucker- und Fettstoffwechsel verbessern sich, die Gefahr der Entwicklung eines Diabetes oder metabolischen Syndroms sinkt. Es werden unter Umständen weniger oder gar keine Arzneimittel mehr benötigt (regelmäßige Dosisanpassung erforderlich!). Das Herz wird weniger belastet, der Herzmuskel kann sich erholen und eine etwaige Verdickung bildet sich zurück.

Körperliche Bewegung

Eine relevante Gewichtsreduktion alleine über die Umstellung der Nahrung zu erreichen, ist äußerst schwierig, gerade, da wir uns heutzutage schon beruflich kaum mehr bewegen und freie Zeit anstatt auf ausgedehnten Wanderungen lieber vor einem der diversen Bildschirme verbringen.

Neben Blutdruck-senkenden Effekten der mit Bewegung in der Regel einhergehenden Gewichtsreduktion, ist auch die körperliche Betätigung an sich in der Lage, den Blutdruck bei Vorhandensein einer gewissen Regelmäßigkeit relativ stark abzusenken. Man geht von Maximaleffekten von systolisch 10 mmHg und diastolisch einem ähnlichen Wert aus.

Wichtig ist es, besonders für übergewichtige Hypertoniker, ihren Kreislauf und die Gefäße nicht übermäßig zu belasten, weswegen Kraftsportarten zunächst nicht zu empfehlen sind. Es sollte im Gegensatz Ausdauersport wie Schwimmen, Radfahren, Wandern usw. betrieben werden. 

Drei Trainingseinheiten pro Woche reichen bereits aus, um etliche, zum Teil stark positive Effekte zu entfalten. Hierzu gehört vor allem eine Aktivierung des Stoffwechsels und der Abbau von "viszeralem" Bauchfett, eine der Hauptursachen für die Entstehung des metabolischen Syndroms ("tödliches Quartett").

Stress abbauen

Viele Hypertoniker leiden unter Stress, der oft sehr unterschiedlich empfunden wird und tatsächlich kaum objektivierbar ist. Ärger in beruflichen Situationen, Zeitdruck, Probleme in der Partnerschaft usw. sind nicht chronische Ursachen eines sekundären Bluthochdrucks und können, genau wie andere Risikofaktoren, letztlich zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

Oftmals ist es der hohe Puls, der den Blutdruck erhöht, ausgelöst durch eine Ausschüttung von Stresshormonen, Katecholaminen wie Adrenalin und Noradrenalin. Medikamente wie Beta-Blocker greifen an diesem Körpermechanismus ein und blockieren die Funktion der genannten Stresshormone.

Auch Atem- und Entspannungstechniken oder Yoga sind in der Lage, über das Herbeiführen einer Entspannung von Muskulatur und Senkung der Herzfrequenz, einen anti-hypertonen Effekt hervorzurufen. Interessanterweise sind diese Auswirkungen nicht ausschliesslich bei unmittelbarer Anwendung einer der genannten Techniken messbar, sondern, bei regelmäßiger Ausführung, auch darüber hinaus. Stresslevel und die entsprechenden Hormone neben in ihrer Intensität und Menge ab.

Auch Hypnose hat einigen Hypertonikern schon geholfen.

Selbst wenn man als Hochdruck-Patient nur wenig Zeit hat Kurse zu besuchen oder sich per Literatur die richtigen Entspannungstechniken anzueignen, so empfiehlt es sich, im Alltag mehr kleine Entspannungsmomente zu suchen, zum Beispiel ein bewusstes Durchatmen bei geöffnetem Fenster oder eine warmes Getränk. Die berühmte Tasse Kaffee mit Zigarette hat im Leben eines Bluthochdruck-Patienten übrigens nichts verloren... 

Verzicht auf Genuß-Gifte

Alkohol, Nikotin und Koffein sind Alltagsdrogen, die von beinahe allen Erwachsenen in der ein- oder anderen Form konsumiert werden. Während Koffein wach machen und die Zigarette kurzfristig entspannen soll, lassen wir den Abend dann mit einem oder mehreren Gläsern unseres bevorzugten alkoholischen Getränks ausklingen.

Die erwünschte Wirkung wird uns von den genannten Stoffen in Wirklichkeit nur vorgegaukelt. Alkohol lässt den Konsumenten wenn überhaupt nur in seiner Wahrnehmung "herunterkommen" und treibt tatsächlich Puls und auch Blutdruck in ungeahnte Höhen.

Die empfundene Entspannung durch den Konsum von Nikotin ist tatsächlich nur das Nachlassen des Suchtdrucks. In Wirklichkeit ziehen sich unter Wirkung von Nikotin die Blutgefäße zusammen, der Blutdruck steigt. Nikotin hat ein ähnliches Suchtpotential wie Heroin, dieser Umstand ist allgemein anerkannt und bewiesen. Eine Tatsache, warum es so vielen Rauchern schwer fällt, von ihrer schlechten Angewohnheit abzulassen.

Kaffee ist wohl wegen struktureller Verwandtschaft des Koffeins mit Adenosin (einem müde-machenden Botenstoff) in der Lage, dessen Wirkung zu hemmen und daher tatsächlich einen Wachzustand zu fördern. Nebenwirkungen des Koffeins sind dabei alles andere als förderlich für Hypertoniker. Der Herzschlag wird nach den Genuss von Kaffee über einige Stunden zum Teil stark erhöht, der Blutdruck steigt.

Die Einschränkung des Konsums der genannten Stoffe hat einen teils signifikanten Effekt auf die Entstehung oder Behandlung von Hochdruck-Erkrankungen.

Ernährung

Die wohl stärksten Blutdruck-senkenden Effekte sind ohne Zweifel durch die Umstellung der Ernährung zu erreichen. Eine normale Funktion des Körpers ist nämlich maßgeblich vom regelmäßigen und ausreichenden Verzehr lebenswichtiger Nährstoffe abhängig. Salzreiches Fast-Food, die Überversorgung mit „leeren Kalorien“, Übergewicht und der Konsum von Alkohol und Koffein, führen zu zusätzlichem Nährstoffbedarf.

Gerade Salz, der Gegenspieler des Blutdruck-senkenden Kaliums, wird aus Geschmacksgründen immer mehr Lebensmitteln in zu hohen Mengen zugesetzt. Wir haben uns an diesen Geschmack gewöhnt und empfinden normal gewürzte Nahrungsmittel mit der Zeit als zu fade.

Dazu haben sich in den letzten Jahren unsere Ernährungsgewohnheiten stark verändert. Bei Auswahl unserer Nahrungsmittel achten die meisten Erwachsenen weniger auf gesundheitliche Aspekte oder Ausgewogenheit als auf Geschmack und einfache Zubereitung. Lebensmittel, deren Verzehr noch unseren Eltern selbstverständlich war, werden von uns kaum noch nachgefragt und konsumiert. Leider fallen unter diesen Aspekt eine Vielzahl an pflanzlichen Nahrungsmitteln mit besonders gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffen.